Waldenserort Palmbach La Balme
gegründet 1701
  
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Bildband zum 300-jährigen Bestehens Palmbachs

Einblicke in die Geschichte und den Alltag im Dorf

Bis in die 50er Jahre von der Landwirtschaft geprägt. "Zuflucht" nicht nur für Waldenser

"Streifzüge durch die Ortsgeschichte" heißt ein Bildband, der zum 300-jährigen Bestehen Palmbachs erschienen ist. ,,Gestreift" werden dabei mit fünf größeren Textbeiträgen und 142 Schwarz-Weiß-Bildern nicht nur ,,harte" historische Fakten, sondern auch viele alltägliche Begebenheiten und Bräuche, an die ältere Einwohner noch Erinnerungen haben. So zeigt der umfangreiche Bildteil, der etwa ein Drittel der insgesamt 132 Seiten ausmacht, nicht nur diverse Palmbacher Ortsansichten mit Kirche, Rathaus, Gasthäusern und einstigen, inzwischen allesamt abgebrochenen "Waldenserhäusern", sondern auch die Menschen bei ihrer alltäglichen Arbeit: bei der Ernte von Getreide und Tabak, beim ,,Krautschneiden" oder beim Pflügen. Und alteingesessene Palmbacher Familien werden ebenso im Bild vorgestellt wie einzelne ,,Palmbacher Originale".

Am Anfang freilich waren die Waldenser - jene 28 reformierte Flüchtlingsfamilien aus dem Pragelatal, die anno 1701 über Hessen-Darmstadt ins Württembergische kamen, zu dem zu dieser Zeit auch die Grünwettersbacher Gemarkung gehörte. Den Namen ,,La Balme" (,,die Zuflucht") gaben sie ihrer Kolonie nach ihrem Heimatort, aus dem man sie vertrieben hatte. Auf ihre Geschichte geht Pfarrerin Ruth Nakatenus in ihrem Beitrag zur Palmbacher Kirchengeschichte näher ein, ebenso Dr. Ernst Otto Bräunche, der einen Überblick über die 300 Jahre Palmbacher Geschichte gibt. Der Leiter des Stadtarchivs fungiert auch als Herausgeber des Bildbandes.

Dass Palmbach nicht nur in seinen Gründungsjahren, sondern auch noch in späteren Zeiten zur ,,Zuflucht" wurde, wird in mehreren Beiträgen und auch in einigen Grußworten betont. So ließen sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge hier nieder. Mit ihnen und durch den Zuzug aus Karlsruhe verlor der Ort auch seinen stark landwirtschaftlich geprägten Charakter und entwickelte sich zu einem "ländlichen Wohnort", so Bräunche.

Günther Löffler beleuchtet die Geschichte Palmbachs ab 1972 - die damit gleichzeitig auch die Geschichte Grünwettersbachs ist: Zur Gemeinde "Wettersbach" wurden die beiden Ortschaften damals zusammengeschlossen, drei Jahre später folgte die Eingemeindung nach Karlsruhe. Der anschließenden Siedlungsentwicklung ist der Beitrag von Harald Ringler gewidmet. Ulrike Deistung schließlich stellt einzelne Palmbacher Vereine wie den Gesangverein Harmonie, den Turn- und Sportverein, die Freiwillige Feuerwehr, das DRK oder den Pfadfinderstamm Kondor vor. Und auch für diese Beiträge gilt: Anschaulich werden sie durch eine Fülle von Fotos, die aus den Beständen des Ortsarchivs oder aus Privatbesitz stammen und von denen viele bislang nicht veröffentlicht wurden. 

Susanne Jock
Bericht aus den BNN vom 01. August 2001

  "Palmbach. Streifzüge durch die Ortsgeschichte", herausgegeben vom Stadtarchiv Karlsruhe und der Ortsverwaltung Wettersbach durch Ernst Otto Bräunche, ist im Karlsruher INFO Verlag erschienen und kostet 14,- Euro.


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© Roland Jourdan, Stand 30.09.2001


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