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Waldenserort Palmbach

La Balme
gegründet 1701
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Hier entsteht eine neue Seite. Stand 10.08.2008

Sie finden hier die Orts-Chronik von Palmbach aus dem Jahre 1979.

Diese Chronik wurde entnommen aus dem Festbuch der Freiwilligen Feuerwehr Palmbach "zum 40jährigen Gründungsfest vom 1. bis 3. September 1979". Die Chronik wurde von Heinz-Theo Krahl geschrieben.Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Freiwilligen Feuerwehr Wettersbach.

Diese Seite ist noch in Bearbeitung


Orts-Chronik vom Waldenserort Palmbach

Wer vom Albtal her hinauffährt zur Autobahn in Richtung Stuttgart und auf der welligen Anhöhe zwischen Alb und Pfinz zur linken Hand plötzlich in einer sanften Bodenwelle die kleine Kirche und die Häuser von Palmbach erblickt, empfindet unwillkürlich die reiz­volle Lage unserer heute 1.400 Einwohner zählenden Gemeinde. - Aber auch - wer aus der Rheinebene, vom Zentrum Karlsruhes her, über Grünwettersbach hinauffährt nach Palmbach empfindet dies und atmet auf, wenn er die anmutigen Felder und Wiesen um Palmbach erblickt und mit ihnen die letzten, sanften Höhen des Schwarzwaldes erreicht.

Palmbach - seit 1975 der jüngste und kleinste Stadtteil von Karlsruhe - wurde im Jahre 1701 als kleine Waldensersiedlung inmitten der seit dem 30-jährigen Kriege brachliegen­den Felder des Südostteils der Gemarkung Grünwettersbach - einsam am Rande einer friedlosen Welt - gegründet. 28 Waldenserfamilien erhielten hier nach ihrer Flucht aus den Waldensertälern von Piemont nach dem Willen des Herzogs Eberhard Ludwig von Württemberg eine neue Heimat.

Über viele Generationen hinweg waren die Waldenser als Anhänger des gegen den Prunk und die Reformfeindlichkeit der damaligen römischen Kirche rebellierenden Weg­bereiters und Vorkämpfers der Reformation Petrus Waldus und seiner Armen von Lyon oft grausam verfolgt worden, bis sie schließlich durch die Aufhebung des Edikts von Nantes (1685) durch Ludwig XIV. endgültig zum Verlassen ihrer Heimattäler in den cottischen Alpen gezwungen wurden.

Trotz der landesväterlichen Fürsorge für die Glaubensflüchtlinge, die eine französisch­italienische Mundart sprachen und durch die Fremdheit ihres südlichen Aussehens in ihrer Waldensertracht besonders auffielen, waren die ersten Jahrzehnte ihres Hierseins unendlich hart und entbehrungsreich. Der Grund und Boden, der ihnen auf der Gemar­kung von Grünwettersbach als Eigentum zugewiesen wurde, umfaßte nur 306 Morgen verwildertes Acker- und Wiesenland und einige kleine Waldstücke.

So war die Gemarkung der Waldensersiedlung, der die Glaubensflüchtlinge den Nnnn-n La Balme, d. h. „die Zuflucht" gaben, von Anfang an die kleinste aller Orte in weitem Um­kreis, und es ist kaum verwunderlich, daß nach einem Jahrzehnt der ersten Kullivuinuuj;;-und Rodungsarbeiten 12 Familien, die zu den ärmsten der Gemeinde zählten, l n llilmr wieder verließen, um nach Preußen weiterzuziehen. So betrug die EinwohiH?r/;ihl Her Waldenserkolonie im 2. Jahrzehnt nach ihrer Gründung -zur Zeit, als unten im Hardtwald das heutige Karlsruhe gegründet wurde - nur ganze 96 Seelen. Diese lebton lange Zeit in einfachen Holzhäusern („Baracken"), und es vergingen Jahrzehnte, bis die Bauern-häuser und Höfe rechts und links der durch „einen ziemlich abfälligen Graben getrenn­ten zwei Straßenseiten" des Dorfes zu einem Straßendorf zusammcnwuchson l inen

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Mittelpunkt erhielt das Dorf erst durch das 1725 erbaute erste, bescheidene Kirchlein. Der sich durch das Dorf ziehende Graben führte nur nach starken Regenfällen Wasser (deshalb die Bezeichnung Wetterbach), und der aus La Balme hergeleitete Name Palm­bach hat nichts mit einem lustig durch das Dorf plätschernden Bach zu tun. Den gab es weit und breit nicht. Im Gegenteil: das größte und mit den damaligen Mitteln kaum zu lösende Problem der Waldenser auf der Höhe des Alb-Pfinz-Plateaus war von Anfang an das Problem der Versorgung mit Trinkwasser. Die drei wenig ergiebigen Dorfbrunnen versorgten die Einwohner nur kümmerlich mit Wasser, und im Sommer oder nach langer Trockenheit herrschte für Mensch und Vieh immer wieder Wassernot. Nach langen Ver­handlungen mit Grünwettersbach erhielten die Einwohner von La Balme zwar das Recht, Wasser am Fallbrunnen bei Grünwettersbach zu holen, aber der Wassermangel auf der Höhe war damit nicht aus der Welt geschafft. Trotz dieser und anderer Probleme, die das Weide- und Jagdrecht betrafen und das der Nutzung der Waldungen von Grünwetters­bach durch die Waldenser, weitete sich nach wenigen Jahren schon um das kleine, ärm­liche Dorf ein Kranz anmutiger Wiesen und Felder mit vielen Obstbäumen, der noch heute Einheimische und Fremde im Frühling und Sommer durch seine Farbenpracht entzückt.

Die kleinen Waldstücke, die anfangs im Osten, Süden und Westen noch die Felder und Wiesen umgaben, fielen im 18. und 19. Jahrhundert leider dem Streben nach Hinzuge­winnung weiteren Ackerlandes und der Finanzierung des Baues eines ersten Schul­hauses zum Opfer. Sie fehlen uns heute besonders schmerzlich, wenngleich die schö­nen Wälder der nahegelegenen Nachbarorte Stupferich, Grünwettersbach, Langen-steinbach und Waldbronn, uns mit diesem Schicksal, keinen eigenen Wald zu haben, ein wenig versöhnen.

Zwischen den Einwohnern von Grünwettersbach, deren Zahl damals durch Kriege und Seuchen stark dezimiert war, und den Fremden aus Piemont gab es keine Feindselig­keiten, ja einige Waldenser ließen sich sogar in Grünwettersbach nieder. Daran erinnern noch die Namen Jourdan, Raviol und Claupein. Aber zu einem engen Kontakt zwischen den Leuten von La Balme und den Grünwettersbachern kam es viele Jahrzehnte nicht. Die meisten Waldenser von La Balme hofften noch viele Jahre auf eine Rückkehr in ihre Bergtäler und lebten abgeschlossen von ihrer Umwelt. Engen Kontakt hielten sie jedoch mit den anderen Waldenserkolonien, die zur gleichen Zeit in Württemberg gegründet worden waren. Die am nächsten liegenden Waldenserkolonien waren Untermutschel-bach, sodann das schon 1699 am Rhein gegründete Welsch-Neureut und Schöneberg bei Niefern, wo Henri Arnaud, der die Flüchtlinge aus Piemont über die Schweiz nach Deutschland geführt hatte, bis zu seinem Tode lebte.

Die Waldenser wollten ihrer Sprache und ihrem Volkstum treu bleiben und bestanden über Generationen hinweg auf dem ihnen in der Aufnahmeurkunde vom 23. September 1699 zugesicherten Recht, nicht nur ihre Geistlichen, sondern auch ihre Vorleser, Vor­sänger und Schullehrer aus ihren Reihen selbst wählen zu dürfen.

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts-mehr als 100 Jahre nach der Gründung von La Balme, als sich längst der Name Palmbach für die Waldenserkolonie eingebürgert hatte und Grünwettersbach und Palmbach badisch wurden (1806), begann durch die Einführung der deutschen Sprache in Kirche und Schule der Weg der Integration. Damit bahnte sich auch ein tiefgreifender sozialer Strukturwandel an.

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Die Waldenserkolonie La Balme war als reines Bauerndorf gegründet worden, und unter den Kolonisten waren damals keine Handwerker, kein Maurer, kein Zimmermann, kein Schmied und kein Schneider. Das hatte den Aufbau und die Weiterentwicklung der Siedlung sehr erschwert. Indessen waren bald wieder-wie früher in den Heimattälern-die Spinnräder in Betrieb genommen worden, und Frauen und Männer hatten wieder begonnen, aus dem selbstangebauten Flachs Leinen zu weben. Aber dies hatte kaum zu einer Anhebung ihres bescheidenen Lebensstandards geführt, und auch anfangs des 19. Jahrhunderts war es nach wie vor ein hartes Brot, allein von dem damals nicht sehr ergiebigen Ertrag der Scholle auf der kleinen Gemarkung zu leben. Die damals noch übliche Drei-Felderwirtschaft entsprach keineswegs einer intensiven Nutzung des Bo­dens, und Kunstdünger gab es noch nicht. f,

Als in den 40iger Jahren und verstärkt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aber ringsum in den Städten - so in Durlach, Karlsruhe und Ettlingen - Fabriken gebaut wur den, denen sich bald auch viele Bewohner unserer Dörfer zuwandten, um ihren l<;ircj liehen Verdienst als Kleinbauern zu vermehren und auch im Winter einen zusät/li< l n-n Lohn heimzubringen, wurde vieles anders. Nun lockten vor allem die Nährnnschincn fabrik in Durlach, die rege Bautätigkeit in Karlsruhe und die Großspinnoreion ui H -Webereien im Albtal auch viele Palmbacher an. Es begann die Zeit der ersten IVnHk Viele Männer und Frauen nahmen von nun an den weiten und beschwerlichen W<-»| den Dörfern in die Fabriken im Albtal, nach Durlach und sogar auf die li.ur.h-llc Karlsruhe auf sich, um ihre Arbeitskraft besser gelohnt zu bekomm»-n An« \\ h<-i günstiger Witterung, in der Sonnenhitze und im Regen, waren sie i;i< jlu.l» '.> •' '-lun« l«-Fuß unterwegs zu ihrer Arbeitsstätte und zurück in ihr Dorf. Viele Frauon und M.i<l< l u-n zog es auch in die in Grünwettersbach gegründete Zigarrenfabrik,

Noch einschneidender für den allmählichen Strukturwandel des Dorfes nix m w,u die fi Öffnung der Sandsteinbrüche in Grünwettersbach und am Rande der Palmbncher Go markung am alten Wege nach Grünwettersbach. Nun konnten viele B;uiem, die nur wenige Felder hatten, als Steinhauer und Steinbrecher zusätzlich Geld verdienen ödet durch das Abfahren der gebrochenen Steine nach Durlach und Karlsruhe die ( ><>!(•< im heit eines Zweitverdienstes nutzen.

Trotz dieser Lichtblicke im damals recht eintönigen dörflichen Leben erfaßte auch in d. -i Waldenserkolonie Palmbach in den Jahrzehnten der großen Auswanderungswelle n,i< h Amerika zwischen 1830 und 1870 viele das große Fernweh, und eine beachtliche Znhl jüngerer aber auch älterer Palmbacher folgte der großen Auswanderungsbewegung des 19. Jahrhunderts.

Von den damals knapp 300 Einwohnern von Palmbach sind mehr als 70 in diesen Jahr­zehnten nach Nordamerika ausgewandert, um dort eine neue Heimat und eine bessere Existenz zu finden.

Durch all diese strukturellen Veränderungen und durch die allmähliche Öffnung gegen­über den deutschen Nachbarn hatte sich zum Ende des 19. Jahrhunderts das kleine Dorf Palmbach völlig gewandelt: Den alten Waldensernamen: Granget, Jourdan, Piston, Baral, Brun Raviol, Balce, Bonin, Guigas, Berger, Soulier und Tron hatten sich nun schon durch Heirat und Zuzug 15 deutsche Familiennamen hinzugesellt; außer den 54 Land­wirten gab es nun auch 13 Steinhauer, 8 Maurer und Zimmerleute, 8 Fabrikarbeiter, 1 Wagner, 1 Schmied, 1 Küfer, 1 Schuhmacher, 1 Gärtner, 2 Wirte, 3 Krämer und 1 Schnei­der; das Dorfbild selbst hatte sich durch einige schmucke Häuser mit rotem Sandstein­sockel aus den Steinbrüchen von Grünwettersbach eine erfreuliche Verschönerung er­fahren; die ersten Vereine, ein Gesangverein und - der Zeitströmung entsprechend -ein Militärverein, waren gegründet worden und trugen zu mehr Geselligkeit und Aufge­schlossenheit bei, und schließlich hatte 1891/92 durch den Bau der Wasserleitung für die Dörfer des Alb-Pfinz-Plateaus ein ganz neues Zeitalter begonnen, das das Leben in diesen Dörfern über Nacht lebenswerter, freier und schöner machte.

Nur wenn wir uns an die fast 2 Jahrhunderte lang durch die Siedler ertragene, immer wieder bedrückende Wassernot in den heißen Sommermonaten und in so manchem harten Winter erinnern, können wir ermessen und nachfühlen, was der Bau der Wasser­leitung für die Einwohner von Palmbach bedeutete. Gottlob, daß in den Jahren des Wassermangels nie ein größerer Brand das Dorf heimsuchte.

Zehn Jahre nach der Einweihung der Wasserleitung feierte Palmbach sein zweites große?;; Fest: das 200-jährige Gründungsfest der Waldensersiedlung. Es gab den Anstoß zum Bau eines neuen Rathauses (1902) mit einer neuen Schule und dank des unermüdlichen f in satzes des damaligen Dorfpfarrers Meerwein auch zum Bau einer neuen, schmuckon Kirche (1906). Ein Jahr zuvor war auch ein Sportverein gegründet worden, und d.i-. l )<u l gewann durch Gastfreundlichkeit und seine Kontakte mit den Nachbardörfem edieu lieh an Ansehen.

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Jäh unterbrochen wurde die friedliche Aufbauarbeit der Gemeinde durch clon omien Weltkrieg, aus dem 19 Palmbacher nicht zurückkehrten. Zwischen dem 1. und ? We krieg gab es zwei bedeutsame Ereignisse für Palmbach. Als erstes win bach, der sich seit Jahr und Tag als schmutziger Wassergraben durch verdolt. Damit wurde ein jahrhundertelanges Ärgernis des Dorfes ln-Grundlage zur späteren, großzügigen Neugestaltung und Verschöneniii« geschaffen. Zum zweiten gewann Palmbach durch den Bau der Ani-.h. Stuttgart-München, deren erster Teilabschnitt bis Pforzheim am 10   l'.'

eingeweiht wurde, Anschluß an das Autobahnnetz Süddeutschlands - freilich unter Opferung eines weiteren Stückes seiner kleinen Gemarkung und seines letzten Wald­streifens am Ostrand der Gemarkung.

Der 2. Weltkrieg traf auch die kleine Gemeinde Palmbach hart. Nicht weit von der Groß­stadt entfernt, erlebten die Einwohner all die Bombenangriffe auf Karlsruhe mit, und am 4. Dezember 1944 brachten mehrere Bombenreihenwürfe auch hier Zerstörung und Tod. - Bei Rückzugsgefechten der deutschen Truppen fielen im Raum um Palmbach am 7. April 1945 noch 9 tapfere Soldaten und - 39 Väter und Söhne des Dorfes kehrten nicht mehr aus dem sinnlosen Völkerringen des 2. Weltkrieges heim.

Die furchtbaren Kriegsfolgen stellten auch die kleinsten Gemeinden im Land vor unvor­stellbar schwierige Aufgaben. Für Palmbach, das 1945 ganze 430 Einwohner zählte, war das härteste Problem der Jahre 1946 bis 1956 die Aufnahme, Unterbringung und Ein­gliederung von 110 Flüchtlingen und Vertriebenen aus Rumänien, Jugoslawien und der CSSR (Böhmen und Mähren).

Aus der im Zusammenwirken mit allen verantwortlichen Stellen tatkräftig angepackten Aufgabe erwuchsen neue. Baugebiete mußten erschlossen werden, die kleine Schule mußte vergrößert werden, ein Kindergarten mußte gebaut und ein Sportplatz geschaf­fen werden. Der zunehmende Verkehr zwang zur Verlegung der schmalen Landstraße zwischen Grünwettersbach und Palmbach vom Nordosthang des Dorfes in das Wiesen­tal, und in den 60iger Jahren konnte Palrnbach sich auch nicht länger dem Drängen vieler Städter, die sich in ländlichen Grenzbezirken der Großstadt ansiedeln wollten, ver­schließen. Viele lockte vor allem die günstige Höhenlage Palmbachs (280 m u.d.M.) und die verkehrsgünstige Lage an der Autobahn in die kleine Gemeinde. So setzte sich der soziologische Strukturwandel der Bevölkerung vom frühen Bauerntum zur modernen, aber weltwirtschaftsabhängigen Industriegesellschaft, der in der 2. Hälfte des 19. Jahr­hunderts begonnen hatte, nach dem 2. Weltkrieg auch für die ehemalige Waldenser-siedlung unaufhaltsam fort.

1972 hatte Palmbach, dessen Einwohnerzahl inzwischen auf 1.150 angewachsen war, nur noch 6 landwirtschaftliche Betriebe und einige milchabliefernde Kleinbetriebe, und bereits 432 auswärts Tätige.

Die 1937 mit dem Bau der Autobahn Karlsruhe-Stuttgart begonnene Flur- und Feld­bereinigung war in den 60iger Jahren vorausschauend fortgeführt und vollendet worden, und zusammen mit den 11 Gemeinden des Alb-Pfinz-Wasserverbandes, deren Einwoh­nerzahl sich bis dahin bereits verdoppelt hatte, wurde in Singen im Pfinztal ein neues Wasserwerk gebaut und bei Busenbach ein neuer Hochbehälter mit einem Fassungs­vermögen von 1.750 m3.

Zu regem, kulturellem Leben trugen in diesen fahren die Vereine Palmbachs bei. Der Gesangverein Harmonie, der durch Konzertabende und Kirchenkonzerte weit übn dit Nachbardörfer hinaus bekannt wurde, feierte 1961 mit einem echten dörflichen Volksfest sein 75-jähriges Bestehen, der TSV baute in vorbildlicher Gemeinschaftsarboil nn»' Turnhalle, das Volksbildungswerk sprach mit vielen Vorträgen, Altennachmittagen und Kursen breite Kreise der Bevölkerung an, und eine Ortsgruppe des Roten Kreuzes wurde gegründet. So eilten die Jahre dahin; immer mehr Fremde kamen ins Dorf, die Ein­wohnerzahl wuchs, und der Wandel vom frühen Bauerndorf zum modernen, ländlichen Wohnort mit einer inzwischen modern ausgebauten Grundschule und einem neuen Kindergarten wurde immer deutlicher. Nicht zuletzt trug dazu auch der Zusammen­schluß der Gemeinden Palmbach und Günwettersbach bei, der zum 1.1.1972 vollzogen wurde. Die neue Großgemeinde „Wettersbach" war ein Schritt auf dem Wege zur Ver­wirklichung der vom Land Baden-Württemberg angestrebten Gemeindereform, der mit der Hoffnung verbunden war, auf diese Weise die Selbständigkeit der beiden Land­gemeinden zu erhalten.

Am 1.1. 1975 aber folgte doch schließlich die freiwillige Eingliederung der Gemeinde Wettersbach in die Stadt Karlsruhe.

Unter den 1.400 Einwohnern des heutigen Stadtteils Palmbach verlieren sich die letzten 200 Einwohner fast, die noch auf Vorfahren aus der Waldenserzeit zurückschauen können. Aber die Namen Raviol, Piston, Guigas, Granget, Baral, Tron, Jourdan, Roll und Berger erinnern noch an die Gründer von La Balme. Und der Name Waldenserschule, der der Grundschule Palmbach 1972 verliehen wurde, die Straßennamen Henri-Arnaud-Straße und Waldenserstraße und der Wahlspruch der Waldenser, das Lux lucet in tenebris = das Licht leuchtet in der Finsternis, den wir über dem Altar der schmucken Kirche von Palmbach lesen, weisen auf die einzigartige Geschichte dieser Gemeinde, von der es noch vieles zu erzählen gäbe, hin und mahnen uns, die Vergangenheit als Wurzel unseres heutigen Seins nicht zu vergessen.

Heinz-Theo Krahl

 
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