Es gab einmal eine Zeit, da kam jeden Freitagabend ein Friseur von Grünwettersbach
in das Nebenzimmer des Gasthauses ,,Zum Ochsen" nach Palmbach, um der männlichen
Bevölkerung die Haare zu schneiden. Die ,,Clique" hatte sich auch
eingefunden, um sich für das kommende deutsche Turnfest verschönern zu lassen.
Während des Zechens hatte Walter mal wieder eine Idee. Er sagte: "Wenn
einer mitmacht, lasse ich mir einen vollständigen Glatzkopf schneiden! - -- Ein
kurzes Zögern - Auf einmal sagte der ,,Schmiedle": "Ich mache
mit!" Und der Dritte und Vierte und alle anderen folgten. Walter setzte
sich auf den Stuhl und nach wenigen Minuten war von Walter's Blondschopf nur
noch eine glänzende Rübe zu sehen.
Da bekam es der "Schmiedle" mit der Angst zu tun und wollte
verschwinden. Doch er hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der
"Dampfer", der ,,Stenz", der ,,Siegfried" (alles Übernamen)
fassten ihn bei Kopf und Arm, setzten ihn auf den Stuhl und hielten ihn fest.
Walter fällte das Urteil! Zur Strafe für die Feigheit wird ihm zuerst ein
Kreuz geschnitten.
Der Friseur, auch ein Mensch mit Humor, nahm seine Maschine und machte einen
Schnitt vom Scheitel bis zum Genick und von einem Ohr bis zum anderen. In diesem
Zustand musste er warten, bis alle ihre Haare geschnitten hatten. Nun wurde
abgestimmt, muss er so nach Hause gehen oder bekommt er seine Haare fertig
geschnitten? Nur durch Bezahlung eines Humpens konnte er sich von der misslichen
Lage "loskaufen". Es wurden zwar noch einige Humpen getrunken und die
anatomische Beurteilung der Köpfe wollte kein Ende nehmen.