Nach einem gelungenen Streich traf man sich wieder mal im Gasthaus ,,Zum
Lamm". Um der drohenden Polizeistunde zu entgehen, setzte man sich
vorsichtshalber gleich in's Nebenzimmer.
Schon brach die Morgendämmerung herein und man hatte ziemlich stark dem
Alkohol zugesprochen. Vor dem Nachhausegehen wollte jeder dem andern nach einen
kleinen Streich spielen, weil jeder dachte, er sei der einzige, der noch etwas
nüchtern sei. Wieder einmal hatte Walter eine gute Idee. Er machte seine Hände
rußig und streichelte die andern über das Gesicht, was natürlich eine große
Heiterkeit hervorrief. Die andern aber taten natürlich auch dasselbe mit Walter,
ohne dass er es in seinem "Tran" noch merkte. Jeder lachte also über den
anderen, in dem Bewusstsein, er sei der Helle.
Ohne Schuhe und Kittel, nur mit Hemd und Hose bekleidet, machte sich Walter
bei Tagesanbruch auf den Heimweg und legte sich so ins Bett.
Doch die Sonne bringt es an den Tag. Gegen Mittag kam eine Frau (die
Schwobenluise) ahnungslos in das Zimmer des selig Schlafenden, um ihre
reparierten Schuhe zu holen. Als sie jedoch den Schläfer mit weißem Hemd und
schwarzem Gesicht im Bett liegen sah, stieß sie einen furchtbaren Schrei aus.
Einer Ohnmacht nahe brüllte sie: "Jesus, Maria und Josef! Christine, komm ruff!
In dem Walter sein Bett liegt entweder ein Gespenst oder ein Neger!" --- Von
diesem Schreien erwachte auch Walter und sagte schlaftrunken: ,,Luis, schrei
doch nicht so! Kennst Du mich denn nicht? Ich bin's doch, der Walter - Dort nimm
Dei Schuh mit und sag bloß niemand etwas!" Wenn alle Frauen schweigen könnten,
dann wäre die wohl schönste Episode von Walter vielleicht nie an's Tageslicht
gekommen.