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Kreisbrandmeister Rudolf Link
Wenn wir
heute denkwürdige Daten
und Geschehnisse der jüngeren Geschichte Palmbachs festhalten wollen, so
gehört hierher auch die Erinnerung an Rudolf Link.
Wir gedenken unserem Palmbacher Mitbürger und Kreisbrandmeister des Landkreises
Karlsruhe Rudolf Link, der am 08. Juni 1968 seinen schweren Verletzungen, die er
sich als Einsatzleiter bei einem Feuerwehreinsatz zugezogen hatte, erlag.
Rudolf Link war in den Morgenstunden des 27. Mai
1968,
zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Ettlingen, bei einem Großbrand einer
Lagerhalle der
Ettlinger Firma Findeisen & Weber
[heute:
Findeisen GmbH], im Einsatz.
Als eine Acetylenflasche infolge der Hitzeeinwirkung explodierte, wurde durch die
Druckwelle ein Mauerstück aus einer Türfüllung herausgerissen.
Herumfliegende Steine trafen den in unmittelbarer Nähe stehenden
Kreisbrandmeister. Mit an der Unfallstelle noch nicht
erkennbaren inneren Verletzungen wurde Rudolf Link in das Diakonissenkrankenhaus Rüppurr eingeliefert, wo er dann am 08. Juni, im Alter von 43 Jahren,
verstarb.
Rudolf Link wurde am 14. April 1925 in Freiburg geboren. Bereits als
Kleinkind kam er nach Palmbach und wuchs bei seiner Tante, der Familie Sophie
und Wilhelm Tron auf. Er meldete sich als junger Mann zum freiwilligen
Arbeitsdienst als Soldat bei der Marine. Im Laufe des Krieges kam er in
Kriegsgefangenschaft, von der er im Jahre 1947 zurückkehrte.
Er war in zahlreichen Palmbacher Vereinen
und Institutionen als treibende Kraft tätig.
So trat er schon als junger Mann in die Freiwillige Feuerwehr Palmbach ein. Von
1953 bis 1955 war er stellvertretender Kommandant und anschließend bis 1966
erster Kommandant der Palmbacher Wehr. In seiner Amtszeit trat eine
besonders positive Entwicklung in der Wehr ein. Er verstand es, eine große
Anzahl junger Männer für den Dienst in der freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen
und auch bei der Sache zu halten. Es wurden zahlreiche Lehrgänge an der
Landesfeuerwehrschule besucht, so dass binnen kurzer Zeit eine schlagkräftige
und gut ausgebildete Mannschaft zur Verfügung stand. In besonderer Erinnerung ist vielen
älteren Wehrmännern noch das 25-jährige
Jubiläumsfest der Palmbacher Wehr im Jahre 1964, das unter seiner Regie
organisiert wurde.
Rudolf Link wurde im Juli 1966 von den
Kommandanten der 58 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Karlsruhe als
Nachfolger von Alfred Kehrbeck zum Kreisbrandmeister gewählt. Im August
1966 führte ihn Landrat Josef Groß bei der Kommandantentagung in Graben in sein neues
Amt ein.
Am 16. Juli 1966 wurde im Rahmen einer
Feierstunde ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug der Palmbacher Wehr übergeben.
Am selben Tag übergab er sein Amt als Kommandant der Palmbacher Wehr an seinen
Stellvertreter Julius Tron. (siehe Foto) Die Freiwillige Feuerwehr Palmbach, um deren
Aufbau er sich große Verdienste erworben hatte, ernannte ihn zu ihrem
Ehrenkommandanten.
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Fahrzeug- und Amtsübergabe am
16.07.1966 in Palmbach v.L.n.R.:
Rudolf Link, Julius Tron, Josef Lambing, Karl Jourdan,
Unterkreisführer Karl Weber aus Reichenbach,
Alfred Ludwig, Wilhelm Höger, Bürgermeister Erwin Schöller,
(verdeckt ?), Johann
Raviol sen., Kreisbrandmeister Alfred Kehrbeck.
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Nach seiner Wahl zum ehrenamtlichen Kreisbrandmeister
trat er in den hauptamtlichen Dienst des Landratsamtes, um dort die Aufgaben der Feuerschau
und allen anderen mit der Feuerwehr zusammenhängenden Aufgaben zu übernehmen.
Seine Arbeitsstelle bei einer metallverarbeitenden Firma in Durlach
gab er auf.
In den knapp 2 Jahren seiner Tätigkeit als
Kreisbrandmeister hatte er sich durch seine bescheidene, menschliche,
sympathische Art viele Freunde erworben. Nicht nur bei den Feuerwehrleuten,
sondern auch bei den Gemeindeverwaltungen und Bürgermeistern, mit denen er in
dienstlicher Verbindung stand, war er eine respektierte Persönlichkeit.
In Ausübung seiner Tätigkeit als Kreisbrandmeister starb Rudolf Link im 43.
Lebensjahr. Er hinterließ seine Frau und seinen damals vierjährigen Jungen.
Nach seinem Tode übernahm sein Stellvertreter
Horst Sattler aus Neureut kommissarisch die Aufgabe des Kreisbrandmeisters, bis
sein Nachfolger Gerhard Wolf aus Jöhlingen gewählt war.
Nicht nur der Feuerwehr, auch dem Gesangverein
"Harmonie" Palmbach hatte er sich besonders verschrieben. Er war ein begeisterter
Sangesfreund. Bei der "Harmonie" begleitete er, - nach dem Besuch der
Chorführerschule im Frühjahr 1953 - bis zu seinem Tode das Amt des
Vizedirigent. Er organisierte zahlreiche gesellige Veranstaltungen der Harmonie.
Auch sportlich war er aktiv, so war er beim TSV Palmbach
aktiver Turner und Fussballtorwart.
Rudolf Link war auch Gründungsmitglied des DRK Ortsvereines Palmbach im Jahre
1960.
Vielen älteren Palmbachern ist heute noch seine besonders
gesellige Art in guter Erinnerung. Heute auf ihn angesprochen, kam von vielen
Mitbürgern die Aussage: "Er war ein guter Witze-Erzähler - Er wusste
immer einen!"
Er arbeitete auch lange Jahre als freier Mitarbeiter
für die Badischen Neuesten Nachrichten und berichtete dort über die Geschehnisse
in seinem Heimatort Palmbach.
Er hinterließ nicht nur bei seiner Familie, sondern
auch in der Gemeinde Palmbach, bei den Feuerwehren und den örtlichen Vereinen
eine große Lücke.
Zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen Lebens, über tausend Feuerwehrleute und einige hundert weitere Trauergäste begleiteten
ihn an Fronleichnam, am 13. Juni 1968 zu seiner letzten Ruhestätte auf dem
Friedhof in Palmbach.
Im Jahre 2007 wurde vom Wettersbacher
Ortschaftsrat und vom Karlsruher Gemeinderat die Benennung der Rudolf-Link-Straße im Gewerbegebiet Winterrot zur Erinnerung
an ihn beschlossen.
(Roland Jourdan)
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