Diese Chronik wurde
entnommen aus dem Festbuch der Freiwilligen Feuerwehr Palmbach "zum
40jährigen Gründungsfest vom 1. bis 3. September 1979". Die Chronik wurde
von Willi Bertsch, der damals Schriftführer war, geschrieben.
Entstehung der
heutigen Feuerwehr Palmbach
Am 27. Juli 1939, wenige
Wochen vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde das Brandcorps, bis
dahin Pflichtfeuerwehr, in die „Freiwillige Feuerwehr Palmbach" umbenannt.
Somit kann der 27. Juli 1939, wie es aus dem Protokoll des damaligen 1.
Beigeordneten August Jourdan, der den erkrankten Bürgermeister Hailer
vertrat, hervorgeht, als Gründungstag der „Freiwilligen Feuerwehr
Palmbach" angesehen werden. Erster Kommandant im Gründungsjahr 1939 war
der Zimmermeister Karl Kunzmann.
Da die Gründungszeit fast
mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges zusammenfiel, war der Anfang der
Wehr ein schwerer Weg. Alle jungen Wehrmänner mussten in den Krieg ziehen,
so dass die Löschmannschaft, an ihrer Spitze ab 1940 August Berger, immer
kleiner wurde und zuletzt nur noch von einer Altersmannschaft gestellt
werden konnte.
Nach dem Ende des Krieges
im Jahre 1945 war es wiederum sehr schwer eine Löschmannschaft
heranzubilden, trotz großer Bemühungen des damaligen Kommandanten Johann
Kunzmann (1945 - 1951). Hinzu kam, dass zu damaliger Zeit viele junge
Männer aus dem Krieg nicht mehr heimgekehrt waren und viele sich noch in
Gefangenschaft befanden. Auch der Nachfolger im Kommando der Wehr, Karl
Löffler (1951 -1953), hatte alle Mühe, die Feuerwehr am Leben zu erhalten
und neue Leute hinzuzugewinnen.
Es war im März 1952 als
die Freiwillige Feuerwehr Palmbach dann mit einer Tragkraftspritze TS 6
samt Anhängerwagen ausgerüstet wurde. Erst ab dem Jahre 1953, unter
Kommandant Otto Krämer ließ sich eine allmähliche Aufwärtsentwicklung
erkennen. Die Freiwillige Feuerwehr Palmbach konnte als eine fest gefügte
Mannschaft angesehen werden. Die große Wende jedoch trat im Jahre 1955 mit
der Wahl von Rudolf Link zum 1. Kommandanten der Wehr ein. Er verstand es,
eine Anzahl junger Männer für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr zu
gewinnen und auch bei der Sache zu halten. In dieser Zeit gelang es auch,
einige der Wehrmänner der Palmbacher Freiwilligen Feuerwehr zu Lehrgängen
auf die Feuerwehrschule Bruchsal zu entsenden. Die Folge war, dass binnen
kurzer Zeit eine schlagkräftige und gut ausgebildete Mannschaft zur
Verfügung stand.
Im Sommer 1954 wurde auf
die Initiative des Wehrmannes Hans Nonnenmacher ein Spielmannszug ins
Leben gerufen. Von den anfänglichen fünf Pfeifern und zwei Trommlern
wurde mit der Zeit ein stattlicher Klangkörper von 17 und später, als aus
dem Spielmannszug ein Fanfarenzug geworden war, von 23 Mitgliedern.
Seinen ersten Auftritt hatte der Spielmannszug bereits anlässlich einer
Veranstaltung der Feuerwehr im Oktober 1954. Obgleich bereits zu einem
festen Bestandteil der Feuerwehr und ein gern gesehener Klangkörper im Ort
und bei vielen Veranstaltungen geworden, erlosch schlagartig das Interesse
an dem Fanfarenzug, so dass dieser schließlich genau 20 Jahre nach seiner
Gründung im Jahre 1974 wieder aufgelöst wurde.
1955 wurde die
Freiwillige Feuerwehr Palmbach Mitglied des Nordbadischen
Feuerwehrverbandes.
Ihr 25-jähriges Jubiläum beging die Freiwillige Feuerwehr Palmbach mit
einem großen Jubiläumsfest vom 11. bis 13. Juli 1964. Im Rahmen eines
Festbanketts wurden zahlreiche Feuerwehrmänner für ihre Verdienste
geehrt. Eine damals geplante große Schauübung mit mehreren Gastwehren zum
Auftakt des Festes, musste wegen Wassermangel infolge einer anhaltenden
Trockenperiode in jenem Jahr abgesagt werden.
Ab den sechziger Jahren
wurden größere Erschließungsmaßnahmen von der Gemeinde Palmbach
durchgeführt, die eine rege Bautätigkeit zur Folge hatten, so dass sich
der Ort in baulicher Hinsicht und auch in seiner Einwohnerzahl mehr als
verdoppelte. Palmbach war nicht mehr nur eine von der Landwirtschaft
geprägte Gemeinde, sondern war auch eine Wohngemeinde geworden. Dieser
Situation musste sich auch die Freiwillige Feuerwehr stellen. Es wurde
erforderlich, die Einsatzgeräte sowie auch die Ausbildung der Mannschaft
der neuen Lage anzupassen. Es ging nun nicht mehr an, dass in einem sich
ausbreitenden Ort, der Feuerwehrschutz lediglich durch die vorhandene
Tragkraftspritze auf einem gezogenen bzw. geschobenen Anhänger
gewährleistet war, so dass man sich im Jahre 1965 seitens der
Gemeindeverwaltung und des Gemeinderates entschloss, ein motorisiertes
Fahrzeug mit einer TS 8 anzuschaffen. Die Anlegung eines von der
Frischwasserleitung unabhängigen Löschwasserbehälters fiel ebenfalls in
diese Zeit. Im Jahr darauf, am 13. Juli 1966, ging der von der
Freiwilligen Feuerwehr Palmbach lange gehegte Wunsch in Erfüllung. An
diesem Tag erhielt die Wehr ein neues, mit einer TS 8 ausgestattetes
Löschfahrzeug. Die feierliche Übergabe des Fahrzeuges durch den
Bürgermeister der Gemeinde Palmbach, Erwin Schöller, erfolgte am 16. Juli
1966. In einer kleinen Feierstunde, bei welcher auch der damals scheidende
Kreisbrandmeister Kehrbeck anwesend war, wurde
dieses Ereignis gebührend gewürdigt. Im Rahmen dieser Feier übergab der
bisherige 1. Kommandant der Palmbacher Wehr, Rudolf Link, der jetzt die
Stelle des Kreisbrandmeisters anzutreten hatte, sein Amt und damit sein
Kommando über die Wehr, an den bisherigen stellvertretenden Kommandanten
Julius Tron. Gleichzeitig wurde Rudolf Link, der bereits Wochen zuvor
schon von den Kommandanten des Landkreises Karlsruhe zum Kreisbrandmeister
für den scheidenden W. Kehrbeck gewählt worden
war, zum Ehrenkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Palmbach ernannt.
Der bisher erzielte
Ausbildungsstand der Wehr konnte auch unter dem neuen 1. Kommandanten
Julius Tron weiter gehalten werden, so dass man sich im Feuerwehrausschuss
darüber einig wurde, erstmals mit einer Gruppe der Wehr sich der Prüfung
für den Erhalt des Leistungsabzeichens in Bronze zu unterziehen. Das Jahr
1967 wurde dazu benutzt, in zahlreichen Übungsstunden am Gerät und am
Gerüst sich auf dieses Vorhaben vorzubereiten. Während dieser Zeit der
Vorbereitung auf die Prüfung für das Leistungsabzeichen, die im Verlaufe
des Sommers 1968 stattfinden sollte, wurde die Wehr von ihrem einstigen
Kommandanten und damaligen Kreisbrandmeister, Rudolf Link, mit Rat und Tat
unterstützt. Noch immer fühlte sich R. Link mit seiner Palmbacher Wehr auf
das engste verbunden. Es traf die Wehrkameraden in Palmbach deshalb wie
ein Keulenschlag, als die Nachricht eintraf, dass Rudolf Link bei einem
Großbrand in Ettlingen am 27. Mai 1968 in Ausübung seines Dienstes als
Kreisbrandmeister sehr schwer verletzt wurde und schließlich an den Folgen
dieser Verletzung am 8. Juni 1968 verstarb. Mit allen Ehren wurde Rudolf
Link am 13. Juni 1968 auf dem Friedhof seiner Heimatgemeinde Palmbach
beigesetzt. Hunderte von Feuerwehrmännern aus dem Landkreis, an ihrer
Spitze damals Landrat J. Groß, gaben diesem vorbildlichen und voller
Ideale steckenden Feuerwehrmann das letzte Geleit.
Am 27. Juli 1968 legten
11 Wehrmänner der Palmbacher Freiwilligen Feuerwehr die Prüfung für das
Leistungsabzeichen in Bronze mit Erfolg ab. Nachdem der bisherige 1.
Kommandant Julius Tron in den Gemeinderat gewählt worden war und aufgrund
der Satzungen nicht mehr 1. Kommandant der Wehr sein konnte, wurde der
bisherige 2. Kommandant, Alfred Ludwig, am 6. 1.1969 bei der
Jahreshauptversammlung zum 1. Kommandanten gewählt. Das 30jährige
Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Palmbach wurde vom 5. bis 7. Juli 1969
mit einem Fest in würdigem Rahmen gefeiert. Das Leistungsabzeichen in
Bronze wurde am 12.07.1969 von einer weiteren Gruppe mit Erfolg abgelegt.
Am 1. Januar 1972
schlössen sich infolge der Verwaltungsreform die beiden Gemeinden
Grünwettersbach und Palmbach zur Gemeinde Wettersbach zusammen. Ab diesem
Zeitpunkt trug die Wehr den Namen „Freiwillige Feuerwehr Wettersbach,
Abteilung Palmbach". Auch in der Zeit der Zugehörigkeit zur Gemeinde
Wettersbach konnte der Ausbildungsstand und die Ausrüstung weiter
verbessert werden. Besonders zu erwähnen ist die Anschaffung von
Atemschutzgeräten.
Mit dem Zusammenschluss
von Grünwettersbach und Palmbach war für diese beiden Gemeinden die
Verwaltungsreform jedoch noch nicht beendet. Schon im Jahre 1973 wurde der
Gemeinde nahe gelegt, sich einer größeren kommunalen Einheit
einzugliedern. Gemeint war damit die Stadt Karlsruhe, der sich inzwischen
schon die umliegenden Orte Stupferich, Hohenwettersbach und Wolfartsweier
angeschlossen hatten.
Das Jahr 1974 stand dann
auch schon im Zeichen der Eingliederungsverhandlungen, die dann den
Anschluss an die Stadt Karlsruhe zum 1.1.1975 erbrachte. Damit war auch
der Tag gekommen, an dem die Freiwillige Feuerwehr Wettersbach, Abt.
Palmbach zur Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe, Abt. Palmbach wurde. Die
Ausgliederung aus dem Kreisfeuerwehrverband und Eingliederung in den
Stadtfeuerwehrverband wurde anfänglich zwar mit einer gewissen Skepsis
betrachtet, weil man Bedenken um die Selbständigkeit der einzelnen
Abteilungen hatte. Bald aber stellte sich heraus, dass die Zugehörigkeit
zum Stadtfeuerwehrverband und die Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr
sich zum Positiven auch für die Palmbacher Feuerwehr entwickelte.
So darf zum Schluss
dieser Feuerwehrchronik, die ja in etwa die 40 Jahre des Bestehens der
Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe, Abt. Palmbach und auch ein Teil ihrer
Vorgeschichte beschreiben soll, festgestellt werden, dass es sich für die
Feuerwehrmänner, an ihrer Spitze ihre bisherigen Kommandanten, was auch
die Zukunft für die Freiwillige Feuerwehr, Abt. Palmbach bringt, gelohnt
hat, dieser guten Sache unter dem Motto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur
Wehr" gedient zu haben.
Willi
Bertsch (1979)
| Die Kommandanten der Palmbacher
Wehr: 1939 Kommandant Karl Kunzmann
1940 bis 1945 Kommandant August Berger
1945 bis 1951 Kommandant Johann Kunzmann
1951 bis 1953 Kommandant Karl Löffler
1953 bis 1955 Kommandant Otto Krämer
1953 bis 1955 Stellvertreter Rudolf Link
1955 bis 1966 Kommandant Rudolf Link
1955 bis 1959 Stellvertreter Hans
Nonnenmacher
1959 bis 1967 Stellvertreter Julius Tron
1967 bis 1969 Kommandant Julius Tron
1967 bis 1969 Stellvertreter Alfred Ludwig
1969 bis 1980 Kommandant Alfred Ludwig
1969 bis 1980 Stellvertreter Julius Tron
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