
Freiwillige Feuerwehr
Wettersbach
Chronik "Brandschutz vor
Gründung der Feuerwehr Palmbach" (ausführlicher Bericht)
Sie finden hier die Chronik der
Freiwilligen Feuerwehren Palmbach.
Bei den Text handelt es sich um Arbeitsentwürfe an denen fortlaufend
gearbeitet wird. Diese Texte werden immer wieder aktualisiert und ergänzt.
Die Chroniken in der zur Zeit gültigen Fassung finden Sie auf den
Seiten der Freiwilligen Feuerwehr Wettersbach.
www.feuerwehr-wettersbach.de
Diese Chronik wurde
entnommen aus dem Festbuch der Freiwilligen Feuerwehr Palmbach "zum
40jährigen Gründungsfest vom 1. bis 3. September 1979". Die Chronik wurde
von Willi Bertsch, der damals Schriftführer war, geschrieben.
Vom Branddienst löschpflichtiger
Bürger in Palmbach bis zur heutigen Feuerwehr
Lange, mehr als 100 Jahre,
bevor im Jahre 1939 in der Gemeinde Palmbach die Freiwillige Feuerwehr gegründet
wurde, gab es, wie sicherlich sonst landauf landab gleichfalls üblich, bereits
einen aus der Bürgerschaft gebildeten und von oben herab angeordneten
Feuerschutz, d.h. die Bürger einer Gemeinde oder Stadt waren verpflichtet,
gewisse Dienste im Brandfalle zu übernehmen. Durch entsprechende behördliche
Erlasse, Verordnungen und Satzungen waren diese Aufgaben geregelt. Diese
Einrichtung war auch nur zu natürlich; denn das Feuer, der Kontrolle der
Bewohner einmal entglitten und als „Roter Hahn" auf Wohngebäude, Scheune oder
Stall sitzend, konnte nur im Zusammenwirken vieler hilfreicher Hände wieder
eingedämmt und bezähmt werden.
Mit den zu jenen Zeiten für
eine Brandbekämpfung zur Verfügung stehenden Gerätschaften - lederne oder
hölzerne Eimer, Bottiche, Zuber, einfache Leitern und Hakenleitern, Feuerhaken,
Schläuchen aus Leder und natürlich eine Feuerwehrspritze waren viele Handlanger
erforderlich. Geschah der Brand zur Nachtzeit, benötigte man auch noch
zahlreiche Helfer, die die Brandstelle mit Pechfackeln erhellten, wieder andere
mussten auf den geretteten Hausrat aufpassen, damit Diebesgesindel sich nicht
davon bereicherte. War der Brand dazu noch weit von einer Wasserstelle entfernt,
so mussten lange Eimerketten gebildet werden, um den Behälter für die Spritze zu
füllen. Das Aufgebot an Bürgern die zur Hilfe eilten war groß und wenn die
Löscharbeiten auch unter der Aufsicht eines dafür bestimmten Aufsehers oder
Obmannes erfolgten, so dürfte sicherlich oft auch ein recht großes Durcheinander
geherrscht haben. Zwar wurden die Bürger, wie aus dem aus dem Jahre 1847
stammenden „Verzeichnis über die Feuermannschaft" der Gemeinde Palmbach
hervorgeht, in einem „Brandcorps" mit einem Obmann eingeteilt, die Ausbildung
der Männer jedoch war meist so dürftig wie ihre Ausrüstung.
In Palmbach wird es nicht
anders gewesen sein, als im benachbarten Grünwettersbach, wo die Mannschaften
ein-, zwei-, vielleicht auch dreimal im Jahr zusammen kamen um zu „Üben".
Das bereits zuvor erwähnte
„Verzeichnis" aus dem Jahre 1847 gibt uns gleich zu Beginn der Eintragungen
einen genauen Überblick über die Aufgaben und Pflichten der Bürger.
Wörtlich heißt es dort:
„Diese beschriebenen Bürger haben das beyschaffen, füllen und tragen der
Feiereimer (Feuereimer) zu besorgen; und diese weiteren im Orte befindlichen
Personen, welche das 14te Lebensjahr zurückgelegt haben, männlichen und
weiblichen Geschlechts soweit es denselben ihre Kräfte erlauben, mit Wasserkübel
Wasser der Brandstätte zuzutragen, die nicht schon zu einem anderen Geschäft
eingeteilt sind weßhalben diese Namensverzeichnisse hier aufzuführen nicht
stattfinden kann, da die Jugend männlichen Geschlechts, wenn solche kraftvoller
sind zu einem anderen Geschäft eingeteilt werden; jedoch werden insbesondere
aus der Jugend männlichen Geschlechts zum Füllen der Butten nur die kraftvollen
Jünglinge angewiesen." Die Bürger wurden eingeteilt in Mannschaften, die die
Handspritze auf die Brandstätte zu tragen und das Pumpen zu besorgen hatten, die
die Butten füllen und tragen mussten und wieder andere mussten die Gebäude
ersteigen und erforderlichenfalls Mauern einreißen. Eine Wache hatte die
Fahrnisse, die aus den Häusern geholt wurden, zu bewachen. Die Feuerreiter, die
die Brandmeldung nach draußen brachten und auswärtige Hilfe herbeiholten,
wurden bestimmt und die entsprechende Belohnung festgesetzt, auch für ihre
Gespanne. Wenn die Hilfe des „Brandcorps" auswärts benötigt wurde, so hatte sich
die Mannschaft beim Ertönen der Sturmglocke vor dem Rathaus zu sammeln.
Allerdings musste dabei lediglich die Hälfte der Mannschaft ausrücken, mit ihrem
Obmann. Die Feuerordnung und damit die Einteilung der Bürger wurde vom
Gemeinderat bestimmt und geregelt. Nach der bestehenden Ordnung war aber nicht
nur die Gemeinde gehalten für die notwendigen Löschgerätschaften zu sorgen,
sondern auch die Bürger mussten ihren Teil für die Sicherheit ihrer Häuser
beitragen. In jedem Haus hatte neben einem Feuereimer auch stets eine gewisse
Menge Wasser bereit zu stehen. Dass bereits in den Jahren 1802 und 1803 in
Palmbach ein Feuerschutz gewährleistet war, zeigen die Rechnungsbücher in
Grünwettersbach, dort findet sich für jene Jahre der Eintrag, dass die Gemeinde
Grünwettersbach und die Gemeinde Palmbach eine gemeinschaftliche Feuerspritze
und eine Hütte hat, darin dieselbe steht. Von den entstehenden Unkosten für den
Unterhalt der Feuerspritze und der Hütte musste Palmbach ein Drittel beisteuern.
Dem „Brandcorps" von 1847 stand als Obmann Martin Kräutler vor. Die nächsten
Eintragungen in dem Verzeichnis der Feuermannschaft erfolgten erst wieder im
Jahre 1880. Erst aus dem Jahre 1882 erfahren wir wieder, dass eine
Löschmannschaft besteht, als deren Kommandant ein Christoph Bertsch erwähnt ist.
Erstmals unter dem Datum des 10. Mai 1883 wird eine Handdruckspritze erwähnt. In
den nun folgenden Jahren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914, sind dann
regelmäßige Eintragungen über die Zusammenstellung der Mannschaften aus dem
Verzeichnis zu entnehmen.
In den Aufzeichnungen für das
Jahr 1919 ist zu entnehmen, dass das Brandcorps in drei Abteilungen eingeteilt
wurde und zwar in 1. Rettungsmannschaft, 2. Spritzmannschaft und 3.
Hydrantenmannschaft. Diese Einteilungen wurden auch noch 1930 vorgenommen. Das
Brandcorps bestand dort aus den Abteilungen Rettungsmannschaft,
Spritzenmannschaft, Hydrantenmannschaft, l. Rotte und II. Rotte,
Ordnungsmannschaft und Feuermelder. Für die Richtigkeit dieser Aufstellung
zeichnete im Jahre 1930 Bürgermeister Wilhelm Hailer. Ab Oktober des Jahres
1919 war der jeweilige Bürgermeister der Gemeinde Palmbach Kommandant des
Brandcorps und der Bürgermeisterstellvertreter gleichzeitig auch
stellvertretender Kommandant. Mit der jährlich erfolgenden Berichtigung des
Verzeichnisses der Feuerlöschmannschaften wurde von der Gemeindeverwaltung auch
die Abhaltung der Proben festgelegt. Diese fanden dann zweimal im Jahr, im
Frühjahr und im Herbst statt.
Die vorerwähnten Regelungen
wurden so beibehalten bis zum Jahre 1939, dem Gründungsjahr der Freiwilligen
Feuerwehr Palmbach.
| Obmänner des
Brandcorps waren: |
1847
1880
25.11.1882
1882
1885 - 1889
1889 - 1891
1892 -1903
1903-1912
1912-1919
Ab 1919 bis 1939
|
Martin Kübler
Jakob Friedrich Jourdan
Christof Bertsch, Kommandant der Löschmannschaft
Johann Wilhelm Kräutler, Obmann
Peter Berger
Johann Ludwig Tron
Ludwig Abraham Piston
Wilhelm Friedrich Faaß
Benjamin Specht
ist jeweils Bürgermeister und Kommandant des Brandcorps:
Wilhelm Hailer |
Willi Bertsch (1979) |