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Entnommen
aus:
Diese Geschichte wurde entnommen
aus dem Festbuch der Freiwilligen Feuerwehr Grünwettersbach "Zum 50jährigen
Jubiläum 18. bis 25. Mai 1974, von Günther Löffler. Mit freundlicher
Genehmigung der
Freiwilligen Feuerwehr Wettersbach.
Flucht im Morgengrauen
Heiteres Erlebnis um
ein entlaufenes Schwein in Grünwettersbach
Wie jeden Morgen seit
einigen Wochen, so auch am zurückliegenden Freitag zwischen fünf und sechs
Uhr, ehe er zur Arbeit in die Stadt ging, machte sich ein
Grünwettersbacher Feierabendbauer, dessen Name hier unerwähnt bleiben
soll, daran, neben seinem übrigen Kleinvieh auch das Schwein zu füttern,
um sich daran anschließend anderen Arbeiten im Haus, die für den weiteren
Tag noch vorerledigt werden mussten, zuzuwenden. In der Eile, oder aus
welchen Gründen auch immer, wurde nach getaner Fütterung die Stalltüre
nicht richtig verschlossen, so dass das störrische und ohnehin etwas
freiheitsliebende Vieh wenig später — zunächst noch unbemerkt — in den
offenen Hof und dann auch gleich auf die Straße trottete. Ein einziger
lautstarker Grunzer war dann das einzige vernehmbare, und weg war das
Schwein, noch ehe der Besitzer, endlich darauf aufmerksam geworden,
wusste, wohin das junge Borstentier sich abgesetzt hatte. Inzwischen aber
drängte die Zeit: es war schon sechs Uhr geworden und in zehn Minuten
fährt drunten im Dorf der Bus ab. Die Zeit reichte gerade noch, um die
Dorfgasse hinunter und wieder zurück zu hetzen; jedoch das Schwein war
nirgends zu erblicken gewesen. Was tun? Der Schwiegersohn, eben erst dem
Bett entkrochen und absolut noch nicht voll auf Draht, wurde mit dem nach
Hilfe» klingenden Ruf: „De Sau isch fort" aus der Wohnung getrommelt und
musste jetzt herhalten, die weitere Suche aufzunehmen. Dieser hatte mehr
Glück, denn er bog unten im Dorf, gleich hinter dem Rathaus, in die
richtige Seitenstraße ein, in die sich das Tier geflüchtet hatte und wo es
grunzend und schnaubend umherstrieb, während die dortigen Anwohner sich
schon eifrig von Nachbar zu Nachbar mühten, zu erkunden wem das Schwer
wohl gehöre. Inzwischen war besagter Schwiegersohn hinzugekommen und unter
der Mithilfe einer beherzten Frau, die einen Strick zur Verfügung stellte,
konnte man des Viehes, das einem in aller Frühe schon in Aufregung
versetzte, habhaft werden.
Teils schiebend, teils
zerrend traten Jäger und Gejagte den Heimweg an; doch wenige Meter vor
dem Stall machte das Vieh, das die letzten Schritte recht folgsam gelaufen
war, plötzlich kehrt und wollte wieder talwärts — mit aller Gewalt und
lautem Geschrei, so als wäre sein letztes Stündlein gekommen. Erst nachdem
ein weiterer Bewohner des Hauses hinzugekommen war, gelang es mit
vereinten Kräften, mit Stuben und Stößen das von der Hatz müde und außer
Atem gekommene Tier, das vor Aufregung noch die Straße benetzte und den
Hof mit gewiss nicht wohlriechenden braunen Tupfen bekleckerte, in seine
vier Wände zu sperren, wo es sich mit lauten Schnaufern von der
überstandenen Strapaze erholte, während sich der Fänger nach einem Seufzer
der Erleichterung den Schweiß von der Stirn wischte.
Es muss ein Tag der
offenen Tür gewesen sein; denn just einige Stunden später sah man
eine Straße weiter oben einen jungen Mann hinter einer entwichenen Ziege
herhetzen,
die er erst nach einigen Runden um einen Holzhaufen wieder einfangen
konnte.
(Günther Löffler)
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