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 Winter-Olympiade 2006 auch in den Waldensertälern

  Olympische Winterspiele in Turin  

„Mehr als Gold“
Die Waldenserkirche ist auf die Olympischen Winterspiele in Turin gut vorbereitet

Die Olympischen Winterspiele vom 10. bis zum 26. Februar 2006 und die Paralympics vom 10. bis 19. März 2006 finden in Turin und in den ita­lienischen Alpen statt, in denen sich auch die Waldensertäler befinden. Die Waldenserkirche hat zu diesem Ereig­nis besondere Aktionen vorbereitet. Eines dieser Projekte heißt: „Offene Kirche". Während der Spiele werden wir in den Waldensertälern und in Turin unsere Kirchen öffnen, um Be­sucher willkommen zu heißen und ih­nen Rede und Antwort zu stehen. Ein anderes Projekt hat den Weg, den die Waldenser im 17. Jahrhundert ins Exil und während des Glorioso Rimpatrio gegangen sind, neu ausgeschildert.

Außerdem haben wir neue Infor­mationen über die Waldenserkirche gedruckt. Auch eine DVD zur Waldensergeschichte und ihrem Wirken heute ist in Arbeit.

Des Weiteren hat sich in Turin ei­ne Organisation gegründet, die sich „Più dell Oro" (Mehr als Gold) nennt, die alle protestantischen Kirchen mit­einander verbindet um Touristen gemeinsam willkommen zu heißen. Auf dem Programm stehen die Teilnahme aller evangelischen Kirchen am Feuer des 16. Februar und dem Fest des 17. Februar in Erinnerung an die Erlan­gung bürgerlicher Freiheiten für die italienischen Protestanten 1848 sowie einem großen Fest am 18. Februar in einer imposanten Sporthalle in Turin. Mir ist die Ehre zuteil geworden, der Vorsitzende dieser Organisation zu sein und wir werden versuchen, den 17. Februar in Italien als Tag der Religionsfreiheit für ganz Italien durchzusetzen.

Weiterhin werden in den beiden Olympischen Dörfern in Turin und in Sestriere zwei „Religionszentren" untergebracht, 15 evangelische Kaplane werden für die Athleten und ihre Begleitteams da sein. Viele Besucher werden sich für die Waldensergeschichte und unsere Wirkungsstätten interessieren, nicht zuletzt auch deshalb, weil viele Touristeninformationen unsere Täler als eine der Attraktionen auf Olympischem Gelände ankündigen.

Unser Gemeindehaus im Zentrum von Turin wird jeden Tag während der Spiele geöffnet sein und einer­seits Kaffee bereitstellen, andererseits wird aber auch eine Ausstellung über die Waldenser in der Kirche zu sehen sein.

Außerdem werden wir ein Pressebüro einrichten, das die einzelnen Initiativen der evangelischen Kirchen vermittelt. Man rechnet damit, dass in Turin rund 8.000 Protestanten sein werden. Wir werden auch Anstecker und Schals mit dem Hugenotten-Kreuz sowie Reiseführer über die Waldensertäler und Turin verkaufen.

Wir sind alle sehr gespannt, manche Projekte sind noch mitten im Arbeitsprozess und werden garantiert erst fünf Minuten vor der Eröffnungszeremonie fertig sein; typisch italienisch! Außerdem hoffen wir natürlich, dass es schneit, aber zum Glück sind wir für den Schnee nicht zuständig.

Giuseppe Platone

Dieser Text wurde entnommen aus „Der Deutsche Waldenser“ Ausgabe Dezember 2005, www.waldenser.de

 

 

Blick in die alte Heimat

Vom 6. Februar an sehen drei olympia­begeisterte Wembacher die Herkunftsorte ihrer Vorfahren im Fernsehen.

Es werden Bilder einer Landschaft sein, umgeben von Bergen, über 3000 Meter hoch. Noch heute treiben die Pragelaner ihre Schafe und Rinder hinauf zum Sestriere-Pass, wie einst die Auswanderer, die im hessischen Rohrbach-Wembach-Hahn eine Zuflucht fanden. Vor Sestriere, dem bedeutendsten italienischen Wintersport­platz, über 2000 Meter hoch und 90 Kilometer vor den Toren der Stadt Turin gelegen, zweigt die Rohrbach-Straße ab in das Troncea-Tal und führt zum Skilift in Pragela. Vorbei an dem Weiler Lawal mit der Kirche der Vorfahren führt die olym­pische Langlaufstrecke Richtung Troncea mit dem einstigen Waldensertempel.

Im 1500 Meter hoch gelegenen Pragelato führt die Wembach-Hahn-Straße nach der Brücke über die Chisone direkt zu den neuen Skisprungschanzen mit dem vorgelagerten Langlaufstadion am Eingang des Troncea-Naturparks. Er ist eine Perle für Camper, Naturliebhaber, Wanderer und Bergsteiger.

Hier in der alten Heimat trifft sich nun die Jugend der Welt im friedlichen Wettstreit um sportliche Ehren in Sestriere mit seinen olympischen Skiabfahrtsstrecken, deren Wiesen und Weiden unsere walden­sischen Vorfahren vor über 300 Jahren verlassen haben.

Georg Heleine, Georg Bonin, Erwin Merkel

Dieser Text wurde entnommen aus „Der Deutsche Waldenser“ Ausgabe Dezember 2005, www.waldenser.de

  

 

Bilder der Wanderung des TSV Palmbach in die Waldensertäler

 


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