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Juli 2003, Wandergruppe des TSV Palmbach: Wanderung durch die Waldensertäler, Teil 1
Wanderung
in die Vergangenheit von Palmbach
Die Waldenser wurden seinerzeit aus Glaubensgründen
verfolgt und mussten aus Ihrer angestammten Heimat, der Gebirgstäler des Piemont,
über etliche Gebirgspässe der Alpen bis nach Genf fliehen. Von dort aus
reisten Sie dann weiter und 28 Waldenserfamilien wurde nach längerer Irrfahrt
schließlich vom damaligen Herzog von Württemberg die heutige Gemarkung
Palmbach zugewiesen. Zunächst nannten sie den Ort „La Balme“, im 18.
Jahrhundert bürgerte sich dann der Name „Palmbach „ein. Die Idee, diese
„historische“ Wanderung durchzuführen, ließ uns nicht mehr los. Ins
Besondere unser Uwe Löffler befasste sich sehr intensiv mit der Ausarbeitung
und Vorbereitung der „Expedition“ in die Vergangenheit von Palmbach. Nachdem dann mit der Woche vom 19.-26. Juli endlich auch
der Termin feststand, konnte das Unternehmen schließlich nur noch durch das
Wetter aufgehalten werden. Aber auch hier hatten wir Glück und so konnte es am
Morgen des 19. Juli losgehen. 1. Tag ,Samstag, 19.Juli 2003 Hans-Peter, der sich als Fahrer zur Verfügung stellte
brachte uns (Hans-Peter Bitto, Franz Ellerbeck, Uwe Löffler und Andreas Sutter)
und unser Marschgepäck sicher an unseren Ausgangspunkt in
„Salbertrand“,1032m ü/M und 72 Km von Turin entfernt.
2.Tag, Sonntag, 20.Juli ,
1. Etappe : Salbertrand - Usseaux Unsere erster Wandertag begann gleich mit einem
erbarmungslosen Anstieg von 1000m auf den
2566m hohen „Testa dell Assietta“. Was es bedeutet, mit einem 12-14kg
schweren Rucksack bei ca. 30 o Celsius mehr als vier Stunden steil bergauf zu
Gehen, hatte sich der ein oder andere von uns im Vorfeld
bestimmt leichter vorgestellt. Wie erfuhren, dass hier Oben einmal jährlich am 20.Juli in
Erinnerung an den Sieg der Piemonteser im Jahre 1747 über die Franzosen
(Schlacht auf dem Assietta). Hinter jeder Kurve erwarteten wir unser Tagesziel, das Dorf
Usseaux zu erblicken und immer
wieder wurden wir enttäuscht. Dann endlich, es war schon nach 19.00 Uhr, waren
wir endlich da. Wir kamen in ein sehr ursprüngliches Dorf, welches seinen
Charakter seit hunderten von Jahren bewahrt hat. Man hätte meinen können, hier
sei die Zeit stehengeblieben. Die Gassen sind so eng, dass kein Autoverkehr im
Dorf stattfinden kann. Herrlich ! Schnell war auch unser Quartier gefunden. „Pzit-Rei“,
eine Mischung aus einer Art Gruppenheim oder Berghütte. Nachdem wir uns mit der
einzigen sich im Haus befindenden Dusche nach einander frisch gemacht hatten,
wurden wir zusammen mit einer 14-köpfigen Holländischen Wandergruppe mit einem
urigen Nachtmahl für die Strapazen des Tages belohnt. Salat, Fleisch, Polenta,
hausgemachter Käse , Obst , Wasser, Kaffe und Wein so viel wir wollten; alles
im Halbpensionspreis (4-Bett Zimmer) von 30 Euro inbegriffen. 3.Tag, Montag, 21.Juli 2003, 2. Etappe : Usseaux –
Balziglia Überraschend fit erwachten wir und machten uns nach dem
etwas kargen Frühstück (Kaffee, Brot, Marmelade) Uwe hatte unser Quartier in einem alten Waldenserhaus von
1689 vorbestellt. Mit uns zum selben Zeitpunkt im Haus war Pastor Claudio
Pasquet , der Pastor der Waldenserkirche in Torre Pelice. Pastor Galewski, der
Pastor der Region, bei dem Uwe unser Quartier bestellt hatte und den wir
glaubten hier zu treffen, war leider nicht da. So überreichten wir das uns von
der Gemeindeverwaltung Wettersbach dankenswerter Weise zu Verfügung gestellte
und von uns mit einer Widmung versehene Buch „Palmbach, Streifzüge durch die
Ortsgeschichte“ stellvertretend Pastor Pasquet. Da dem Haus in dem wir nächtigten
ein zwar kleines aber mit sehr viel Liebe errichtetes Waldensermuseum
angeschlossen ist, wird unser Buch hier sicherlich seinen Platz finden und so
vielleicht zur Bekanntheit unseres Ortes etwas beitragen können. Zum Abendessen wurden wir mit dem Auto durch den Wirt des
Bauerngasthauses eines 5km entfernten Nachbarortes abgeholt und nach dem Essen
wieder zurückgebracht. Gegessen haben wir unter anderem Salate und Gemüse aus
biologischem Anbau des eigenen Gartens des Gasthauses. Auch ein selbst
gebrannter Schnaps, hergestellt aus den Kräutern der Berge wurde uns serviert.
4.Tag, Dienstag, 22.
Juli 2003, 3. Etappe ,
Balziglia – Ghigo-Prali Nachdem wir unser selbst zubereitetes Frühstück
eingenommen hatten und das Waldensermuseum besichtigt hatten, verabschiedeten
wir uns von Pastor Pasquet und machten uns auf den Weg unseres
dritten Teilabschnittes. Uwe hatte uns erzählt, dass wir Heute nur eine
weniger anstrengende Tour vor uns haben würden und so ließen wir es auch zunächst
recht locker angehen. Auf unserem Weg entlang des Tales kamen wir durch etliche
kleine uralte Dörfer, in welchen es teilweise sogar
kleine Waldenserschulen (ein Raum mit ca. 20 qm ) Während Franz und Hans-Peter den zwar etwas längeren aber
dafür weniger anstrengenden Weg bevorzugten, wollten Uwe und Andreas unbedingt
die steil ansteigende Abkürzung benutzen. Dies sollte sich jedoch als fataler
Fehler erweisen, denn wir beide verloren den Weg und stiegen auf einem immer
steiler werdenden Hang quer durch den dichten Wald nach Oben. Mit unserem
schweren Gepäck konnten wir teilweise nur noch durch die Unterstützung unserer
Wanderstöcke den steilen Aufstieg bewältigen. Da ein Zurückgehen wegen der
Steilheit noch schwieriger gewesen wäre, arbeiteten wir uns unter Einsatz der
letzten Kräfte in fürchterlicher Hitze weiter bergauf. Irgendwann gelangten
wir dann glücklicherweise wieder auf einen offiziellen Weg. In unserem bis dahin schönsten und geräumigsten Quartier
wollten wir zur Erholung und um neue Kräfte zu sammeln hier vor der letzten
anstrengenden Etappe einen Ruhetag einlegen.
Jubiläumsfest 2001 Über Palmbach Die Waldenser Waldenserorte Ansichtskarten Ahnenforschung Grünwettersbach Links © Roland Jourdan, Stand 04.12.2003 |
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